Ein Tag für kleine Helden - Kinderrechte an der Freien Schule Kierspe
Mittwoch, 29.01.2025

Proj25

Am Donnerstag, dem 07.11.2024, drehte sich für die Klasse der Viert- und Fünftklässler der Freien Schule Kierspe alles um das wichtige Thema Kinderrechte. Wir, der Pädagogik-Grundkurs der Jahrgangsstufe Q2, mit insgesamt 14 Schüler*innen unter der Leitung von Herrn Di Paolo und in Begleitung von Frau Klemp, besuchten eine Klasse der Freien Schule Kierspe, um einen Projekttag zu gestalten, der das Bewusstsein für die Rechte der Kinder fördert. Mit kreativen Aktivitäten und informativen Lernstationen wurde den jungen Schüler*innen spielerisch vermittelt, welche Rechte ihnen zustehen und warum diese so bedeutend sind.

Kurzer Einblick zu der Freien Schule
Die Freie Schule Kierspe (FSK) ist eine alternative Schule, die sowohl Grund- als auch Realschule verbindet. Sie bietet Platz für maximal 145 Schüler*innen, die in sechs altersübergreifenden Doppelklassen unterrichtet werden. Das Schulgelände, bestehend aus 14 ha, umfasst einen Wald, Wiese und einen Bach. Insgesamt verfolgt die Schule ein innovatives Bildungskonzept, das die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Schüler*innen in den Mittelpunkt stellt. Sie orientiert sich an reformpädagogischen Ansätzen und setzt auf eine Lernumgebung, in der Kinder und Jugendliche eigenverantwortlich und selbstbestimmt lernen können. Lehrkräfte begleiten und unterstützen dabei als Lernbegleiter, nicht als reine Wissensvermittler. Durch diese Freiheit fördert die Schule nicht nur akademische Fähigkeiten, sondern auch soziale Kompetenzen, Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl – Werte, die in der modernen Gesellschaft von wachsender Bedeutung sind. Besonders bemerkenswert: Bis zur 8. Klasse gibt es keine Noten.

Ablauf und Ziel des Tages
Am Projekttag zum Thema „Kinderrechte“ begann der Tag für unseren Pädagogikkurs bereits früh. Um 07:45 Uhr trafen wir uns vor der Freien Schule Kierspe. In der Klasse angekommen, hatten wir Gelegenheit, uns in Ruhe einzurichten und nochmal kurz vorzubereiten. Der Einstieg in den Tag begann mit einer lockeren Vorstellungsrunde, bei der jedes Kind seinen Namen und sein Alter nannte. Anschließend hat sich die Klasse eigenständig in vier Gruppen aufgeteilt, mit jeweils 4-6 Kindern. Unser Kurs hatte sich im Vorfeld in kleine Teams aufgeteilt, sodass jede Gruppe individuell von uns betreut werden konnte. Die erste inhaltliche Phase bestand darin, den Kindern eine kurze Geschichte vorzulesen, die unter dem Thema „Du hast kein Recht dazu“ stand. Durch die Geschichte wurden die Kinder auf eine spielerische Art und Weise an das Thema Kinderrechte herangeführt. Die anschließende Diskussion ermöglichte es ihnen, ihre eigenen Eindrücke zu teilen. Wir stellten ihnen gezielte Fragen, um die wichtigsten Aspekte und Denkansätze hervorzuheben und gemeinsam herauszuarbeiten, was (Kinder-)rechte konkret bedeuten. Nach einer kurzen Frühstückspause ging es in die zweite Arbeitsphase. Hier präsentierten wir den Kindern ein Plakat (Falter von der Bundeszentrale für politische Bildung), auf dem die wichtigsten Kinderrechte visuell durch Symbole und kleine Hinweise dargestellt waren. In den Gruppen wurde das Plakat genau betrachtet, und mit Hilfsmitteln, wie beispielsweise Karteikarten, brachten wir den Kindern die Bedeutung der Rechte näher. Auch hier lag unser Fokus darauf, die Kinder zur aktiven Teilnahme zu ermutigen und ihr Verständnis durch Fragen zu vertiefen. Nach einer weiteren Pause, die für die Kinder als Hofpause gestaltet war, bereiteten wir die nächste Phase des Projekttages vor: die Stationenarbeit. An vier Stationen, die wir im Pädagogikunterricht ausgearbeitet hatten, sollten die Kinder in ihren Gruppen verschiedene Aufgaben rund um das Thema Kinderrechte erarbeiten. Jede Station bot einen anderen Aspekt, sodass die Kinder einen abwechslungsreichen und praktischen Zugang zum Thema erhielten. Die Aufgaben waren so gestaltet, dass sie das Vorwissen der Kinder aufgriffen und gleichzeitig neues Wissen auf spielerische Weise vermittelten.
Schließlich neigte sich der Projekttag dem Ende zu. Wir verabschiedeten uns von den Kindern und halfen beim Aufräumen, bevor wir uns in Fahrgemeinschaften auf den Heimweg machten. Der Tag war geprägt von lebhaftem Austausch und einem großen Interesse der Kinder, und wir sind stolz darauf, ihnen das Thema Kinderrechte auf eine interaktive und altersgerechte Weise näher gebracht zu haben. Unser Projekttag wird demnächst auch von der Klassenlehrerin genutzt, um im Ethikunterricht weiter über das Thema Kinderrechte zu sprechen.

Was genau versteht man denn jetzt unter Kinderrechten und welche gibt es?
Die sogenannte UN-Kinderrechtskonvention, die 1989 beschlossen wurde, legt fest, welche grundlegenden Rechte alle Kinder auf der Welt haben. Dazu gehören das Recht auf Gleichbehandlung, das Recht darauf, dass das Wohl des Kindes immer an erster Stelle steht, das Recht auf Leben und Entwicklung sowie das Recht, dass die Meinung der Kinder ernst genommen wird. Weitere wichtige Kinderrechte sind der Zugang zu Bildung, der Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, das Recht auf Freizeit und Spiel und das Recht auf elterliche Fürsorge. Die Länder, die diese Konvention unterschrieben haben, verpflichten sich, die Bedürfnisse und Rechte der Kinder zu respektieren und dafür zu sorgen, dass sie in einer sicheren Umgebung aufwachsen und sich individuell entwickeln können. Auch wenn die Umsetzung dieser Rechte in manchen Ländern noch schwierig ist, bietet die Kinderrechtskonvention eine wichtige Grundlage für ein gutes und gerechtes Leben für alle Kinder weltweit.

Ein näherer Blick auf die vier Stationen
Was den Kindern mit am besten gefallen hat, war die Phase, in der wir mit ihnen an vier verschiedenen Stationen auf jeweils ein Recht eingegangen sind - das Recht auf den eigenen Tod, das Recht auf den heutigen Tag, das Recht, das zu sein, was es ist und das Recht auf Achtung. Für die Station, die den Kindern das „Recht auf den eigenen Tod“ näherbringen sollte, haben wir im Voraus zehn Karten, jeweils fünf mit positiven Aussagen (Beispiel: Du wachst mitten in der Nacht wegen eines Albtraums auf. Deine Eltern trösten dich und bieten dir an, bei ihnen zu schlafen) und fünf mit negativen Aussagen (Beispiel: Du gehst in die Küche, um dir einen Apfel zu schneiden. Dein Elternteil ruft sofort: „Leg das Messer sofort weg, sonst schneidest du dich daran.“) dazu vorbereitet. Die Aussagen wurden mit einem blauen Stift geschrieben und anschließend mit roter Farbe überstempelt, sodass man die Aussagen nur mithilfe der ebenfalls von uns gebastelten Lupen entziffern konnte. Die Lupen hatten in der Mitte rotes Transparentpapier und wenn man mit ihr über die Karte gefahren ist, hat sich die rote Farbe aufgehoben und die Aussage kam zum Vorscheinen. Grundsätzlich ging es bei dieser Station darum, die Aussagen zuzuordnen, ob in den beschriebenen Beispielen zu viel Fürsorge der Eltern kam oder eben nicht. Dadurch haben wir den Kindern beigebracht, dass sie ein Recht auf Freiheit und Selbsterfahrung und -bestimmung haben und offen mit ihren Eltern sprechen sollen, wenn sie übermäßige oder zu wenig Fürsorge ausüben.

Bei der Station zum „Recht auf den heutigen Tag“, hatten wir ein Fischkutter und kleine Fische vorbereitet. Jedes Kind hat also einen Fisch bekommen und durfte eine Aktion drauf schreiben, die es mit seinen Eltern unternehmen möchte. Die Kinder durften den Fisch auch mit nach Hause nehmen. Wenn das Kind diese Aktion gemacht hat, darf das Kind den Fisch wieder mit in die Schule bringen und in das Fischnetz werfen. Anschließend fragt die Lehrerin das Kind, was es mit seinen Eltern unternommen hat und darf dies dann vor der ganzen Klasse erzählen. Somit lag der Fokus dieser Station auf die gegenwärtigen Bedürfnisse der Kinder.

Eine weitere Station war das Haus der Rechte. Die Kinder sollten selbst Rechte für ihre Klasse überlegen und diese in ein von uns gezeichnete Haus schreiben. Es ging darum, realistische Rechte aufzuschreiben, die das Klima in der Klasse aktiv verbessern und dazu beitragen würden, dass sie sich untereinander achten. Das Haus wurde anschließend in der Klasse aufgehangen.

Die letzte Station zum „Recht des Kindes, das zu sein, was es ist“, haben wir mit der sog. warmen Dusche dargestellt. Dafür haben wir einen Duschkopf auf Papier gezeichnet und auf einen Kleiderbügel, den wir an dem Tag in der Klasse aufgehangen haben, aufgeklebt. Immer ein Kind aus der Kleingruppe hat sich unter die warme Dusche gesetzt und die anderen Kinder aus der Gruppe haben einen Zettel bekommen, auf dem sie positive Eigenschaften der Person, die gerade unter dem Duschkopf saß, aufschreiben sollten. Wenn alle Kinder fertig mit aufschreiben waren, durfte das Kind unter der Dusche sich die positiven Sachen durchlesen bzw. wenn es wollte auch laut vorlesen. Es wurde so lange rotiert, bis alle einmal dran waren. Dadurch wollten wir den Kindern ihr Recht auf Individualität näherbringen. Also, dass sie sein sollen, wie sie sein wollen und nicht wie sie zu sein haben. Es geht darum, keinen Idealvorstellungen zu folgen, sondern ihre eigene Identität und Individualität anzuerkennen und wertzuschätzen und damit verbunden auch ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

Der Projekttag im Überblick – Top oder Flop?
Der Projekttag zum Thema „Kinderrechte“ war ein voller Erfolg und hat uns als Pädagogikkurs gezeigt, wie wichtig es ist, solche Themen schon früh und interaktiv in den Unterricht einzubringen. Die Kinder haben mit großer Offenheit und Neugier teilgenommen und sich intensiv mit den Inhalten auseinandergesetzt. Besonders erfreulich war zu sehen, wie schnell die Kinder eigene Gedanken zum Thema Kinderrechte entwickelten und bereit waren, ihre Ansichten mit uns und ihren Mitschüler*innen zu teilen. Ich persönlich, und ich denke da spreche ich für den ganzen Kurs, bin sehr dankbar, dass uns ermöglicht wurde solch einen schönen Projekttag durchzuführen – Einen herzlichen Dank an Herrn Di Paolo, die Freie Schule Kierspe und natürlich auch an Herrn Niklas, unsere Schulleitung.

Die Willkommens-Videos für die neuen 5er ansehen
Informationen für Grundschuleltern
Informationen zum Schulmanager online
Informationen für Seiteneinsteiger
Den Imagefilm ansehen
Informationen zum Infektionsschutzgesetz
Hier geht es zu Kontakt und Anfahrt
Bündelungsgymnasium Abiturjahrgang 2026
Virtueller Rundgang durchs SLG